Auszug aus Kapitel II – Die Welt des Fließenden Geldes

Das Fließende Geld dient den Bedürfnissen des Menschen, sich zu versorgen (der Konsumkraft). Es dient nicht dem Zwang, das Geld ohne Gegenleistung zu vermehren (dem Investitionszwang). Dies stellt in der Ganzheitlich-Freien Marktwirtschaft eine gesunde Balance zwischen der Konsumkraft und der Investitionskraft des Marktes her. Der Investitionszwang der Zinswirtschaft wandelt sich durch das Fließende Geld in eine Investitionskraft, die nur nach Bedarf geweckt wird. Deswegen wird die Ganzheitlich-Freie Marktwirtschaft auch Bedarfswirtschaft genannt.

Die Konsumkraft definiert sich aus der Menge des Geldes, das für die Erfüllung der Bedürfnisse zum Konsum ausgegeben wird. Die Investitionskraft ergibt sich aus der Menge des Geldes, das nicht für die Erfüllung persönlicher Bedürfnisse benötigt wird und stattdessen in die Wirtschaft investiert werden kann.

In der Zinswirtschaft entwickelt sich das Verhältnis zwischen Konsumkraft und Investitionskraft wie folgt: Die privaten Guthaben müssen sich dem Markt gegen einen Zins anbieten, damit genug Geld in Umlauf bleibt und die Wirtschaft nicht zum Erliegen kommt. Dadurch entsteht ein Investitionszwang, der in Zusammenwirkung mit der automatischen Umverteilung des Geldes von unten nach oben die Investitionskraft der Wirtschaft immer weiter zu Lasten der Konsumkraft steigert.

An dieser Stelle zeigt sich, dass man die Guthaben und Schulden in der Gesamtwirtschaft nicht einfach gegenrechnen und das Gesamtsystem damit als im Gleichgewicht befindlich erklären kann. Denn die Guthaben dienen der vermögenden Minderheit und die Schulden belasten den nicht-vermögenden Rest.

Mit dem Wachsen der privaten Guthaben (der vermögenden Minderheit) über das Maß des persönlichen Bedarfs hinaus wächst die Investitionskraft gegenüber der Konsumkraft. Die Konsumkraft (bei der nicht-vermögenden Minderheit) hat keine Chance, die Investitionskraft auf ein gesundes Maß zu regulieren. Der Konsum muss gesteigert werden, um der Investitionskraft standhalten zu können. Das erzeugt den Zwang zum Wirtschaftswachstum.

Anders herum betrachtet schwindet ständig die Konsumkraft gegenüber der Investitionskraft, so dass der Geldmangel bei den Konsumenten, die zu den Nettozinszahlern (>80% der Bevölkerung) gehören, nicht überwunden werden kann. Die Konsumkraft der Wirtschaft wird ständig geschwächt, weil ein großer Anteil des ausgegebenen Geldes über die Zinsleistungen an die Investitionskraft verloren geht, die dadurch auch immer stärker wird.

Das Fließende Geld rückt dieses Ungleichgewicht ins Lot und erlöst die Wirtschaft von ihrem Investitionszwang, der sie selbst und unseren Planeten in den Untergang treibt. In der Ganzheitlich-Freien Marktwirtschaft tendiert die Konsumkraft immer Richtung 100% und die Investitionskraft wird nur durch zusätzlich entstehenden Bedarf aktiviert. Der Konsum muss nicht gesteigert werden, damit alle in üppigem Wohlstand leben. So sind alle maximal versorgt und das System reguliert sich selbst immer nur nach Bedarf.

Auszug aus Kapital I – Die Welt der Zinswirtschaft

[Die erste Hälfte von Kapitel I beschäftigt sich in erster Linie damit zu erklären, warum unser Geldsystem nichts anderes kann als Mangel zu erzeugen, und warum es am Ende immer zusammenbrechen muss. Dies deutet sich ja auch aktuell wieder an. Des Weiteren geht Kapitel I dazu über, die Auswirkung der Zinswirtschaft auf unser Bewusstsein zu untersuchen.]

Die negativ dominanten Tendenzen der Zinswirtschaft

Eine Währung legt nicht nur fest, wie Geld erwirtschaftet werden kann und verteilt wird. Sie erzeugt vor allen Dingen dominante Tendenzen in unserem Bewusstsein. Diese Bewusstseinstendenzen gestalten anschließend unser Leben, so wie eine Gussform das gegossene Erzeugnis gestaltet. Wenn eine Gussform einen Fehler hat, weisen alle Erzeugnisse dieser Form denselben Fehler auf. Die Zinswirtschaft birgt einen unsichtbaren Fehler in sich, der automatisch – ohne dass es hierzu eines schlechten Menschen auf der Erde bedarf – verschiedene Aspekte von Negativität in der Welt und vor allem in unserem Bewusstsein erzeugt. Mit diesen negativen Tendenzen in unserem Bewusstsein werden wir selbst zu einer Gussform, die eine Welt voller Missstände erzeugt.

Die Zinswirtschaft beherrscht die Menschen, die ihrer Herrschaft unterliegen, auf verschiedene Weise und hält sie in Abhängigkeit. Ich beobachte hier neun negativ dominante Tendenzen, die unser Geldsystem automatisch durch die Art erzeugt, wie es strukturiert ist.

Bei der unmittelbar aus der Zinswirtschaft entstehenden Tendenz handelt es sich um jene der Knappheit, welche im Verbund mit der Gier auftritt. Aus dieser Tendenz ergeben sich acht weitere Tendenzen, die immer weniger materieller Natur sind und immer mehr das Bewusstsein betreffen, so dass wir eine Reihenfolge von materiellen bis geistigen Gesichtern der Zinswirtschaft erhalten.

  • die Tendenz zur Verknappung
  • die Tendenz zum feindlichen Wettbewerb
  • die Tendenz zur Beraubung
  • die Tendenz zur Verschwendung
  • die Tendenz zur Bestechung
  • die Tendenz zur Täuschung
  • die Tendenz zur Verwirrung
  • die Tendenz zur Angst
  • die Tendenz zur Schuldzuweisung

Die von der Zinswirtschaft erzeugten Tendenzen hängen zusammen, bedingen einander und verstärken sich gegenseitig so, dass sie die Herrschaft des Zinses absichern. Aus diesem Grund kann man diese neun Tendenzen auch als negativ dominant bezeichnet, denn sie lassen andere Tendenzen kaum aufkommen. Diese neun negativ dominanten Tendenzen (Neun ND-Tendenzen) sind in J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe” als die Neun Schwarzen Reiter dargestellt.

Der Herr der Ringe unterscheidet bei den Neun Schwarzen Reitern nicht, welcher Reiter für welche Qualität steht. Dies weist auf die zusammenhängende Einheit dieser ND-Tendenzen, welche einander bedingen und gegenseitig verstärken. Nur der König der Schwarzen Reiter wird hervorgehoben. Er steht für die automatische Verknappung des Geldes in der Welt bis hin zu Armut und Elend. Aus dieser ergeben sich die anderen acht. Dieser Schwarze König stirbt zum Schluss der Trilogie, während die anderen noch eine Weile weiterleben. Der Herr der Ringe prophezeit für die nahe Zukunft das Ende der Armut auf Erden, während die Zinswirtschaft noch für eine kurze Weile weiter bestehen und die anderen acht Tendenzen in unserem Bewusstsein erzeugen wird. Diese werden dann erst mit dem Ende der Zinswirtschaft transformiert. Doch dazu kommen wir später in Kapitel V.

Schauen wir uns nun im Einzelnen an, wie die Zinswirtschaft diese neun negativ dominanten Tendenzen hervorbringt.

Die Tendenz zur Verknappung

Das zentrale Ziel in der Zinswirtschaft besteht im Erzielen von Erträgen für das eingebrachte Kapital. Nur wenn Waren knapp sind, kann ein Preis verlangt werden, der einen Sachkapitalzins abwirft. Da die Forderung, für Investitionen einen Sachkapitalzins zu erzielen, niemals endet, führt die Zinswirtschaft immer wieder (durch die Schließung von Unternehmen) die für das Erzielen der Sachkapitalzinsen benötigte Knappheit herbei.

Hocheffiziente Fertigungsverfahren setzen das Knappheitsgebot nicht außer Kraft. Auch eine hocheffiziente Fertigung wird eingestellt, wenn der erwirtschaftete Sachkapitalzins nicht hoch genug ist. Die Knappheit lässt sich durch technischen Fortschritt also nicht beseitigen.

Unbegrenzt dezentral verfügbare Produkte eignen sich nicht für das Erwirtschaften eines Sachkapitalzinses. Um mit solchen Produkten einen Sachkapitalzins erwirtschaften zu können, muss eine künstliche Knappheit hergestellt werden. Im Energiesektor entsteht eine künstlich erzeugte Knappheit, da Mineralöl und Atomstrom nicht zum Verschwinden gebracht werden, sondern durch Bremsen und Unterdrücken der unerschöpflichen regenerativen Alternativen künstlich zu Lasten des Wohlstands der Bevölkerung und zu Lasten der Umwelt als stets knapp bleibende Hauptenergieversorgung erhalten werden.

Das heißt, alles was für das Erwirtschaften von Sachkapitalzinsen herhalten muss, steht der Gesellschaft nur mit einer kontrollierten Knappheit zur Verfügung, die nicht durchbrochen werden kann, solange die lösenden Alternativen nicht zum Zuge kommen.

Zusätzlich zur generellen Knappheit im Angebot aller Waren bewirkt die Zinswirtschaft eine permanente Umverteilung des Vermögens von unten nach oben, von der nur etwa 10% der Bevölkerung profitieren. Auf diese Weise wird die große Mehrheit der Gesellschaft in einen sich immer mehr verschärfenden Überlebenskampf gegen eine chronische, unentrinnbare Knappheit gestürzt. Während wenige immer reicher werden, treibt der Kampf der Mehrheit gegen den Mangel ein gnadenloses Wirtschaftswachstum voran, in dessen finanziellen Nutzen nur eine Minderheit kommt.

Es ist das Mangelbewusstsein (aller Einkommensgruppen), was dafür sorgt, dass die Menschen nach einer Absicherung streben, falls sie einmal nicht mehr genug Geld verdienen. Es wird als Absicherung betrachtet, über Vermögen zu verfügen, das einen Zins abwirft, der einen versorgt, wenn die Zeiten knapper werden. Dieses Sicherheitsdenken macht die Zinswirtschaft begehrenswert. Es ist jedoch genau dieser Zins, der genau diesen Mangel erzeugt, gegen den das verzinste Vermögen uns schützen soll. Unser Bestreben, uns durch verzinste Rücklagen für die Zukunft gegen Mangel abzusichern erzeugt kollektiv genau jenen Mangel, vor dem wir uns schützen wollen.

In Indien werden Affen gefangen, indem man ihnen einen Krug anbietet, an dessen Boden sich Nüsse befinden, welche die Affen ganz besonders mögen. Der Arm der Affen gelangt nur knapp durch den Hals des Kruges. Sobald sie die begehrten Nüsse erfasst haben und versuchen, ihren Arm wieder aus dem Krug herauszuziehen, sind sie gefangen, weil die Faust mit den Nüssen darin nicht mehr durch den Hals des Kruges passt. Sie wissen, dass sie ihre Freiheit behalten können, wenn sie die Nüsse loslassen und weglaufen. Ihr Verlangen nach den Nüssen ist aber so groß, dass sie nicht loslassen und sich lieber einfangen lassen.

Um den für die Abschaffung der Zinswirtschaft benötigten Bewusstseinssprung zu schaffen, dürfen wir nicht mehr wie die Affen denken. Denn genauso erzeugt das Mangelbewusstsein im Menschen ein Sicherheitsdenken, das es ihm sehr schwer macht, auf eine verzinste Vermögensabsicherung zu verzichten. Wie Recht hat der Affe damit, den Menschen vorzuwerfen, dass sie böse sind, weil sie ihn seiner Freiheit berauben, wenn er der Freiheitsberaubung durch seine eigene Gier zugestimmt hat? Wieviel Recht haben wir, uns über die Missstände in der Welt zu beklagen, die wir durch unser Verlangen nach Zinsen oder Sachkapitalzinsen selbst erzeugen?

Die Zinswirtschaft erzeugt Knappheit. Sie bewirkt einen Kampf gegen die Knappheit. Der Kampf gegen die von der Zinswirtschaft erzeugte Knappheit hält sie in Gang, so dass sie fortfahren kann, Knappheit zu erzeugen. Innerhalb der Zinswirtschaft sind wir gefangen im Mangel und im Mangeldenken. Die Zinswirtschaft erzeugt dieses Denken. Im Gegenzug hält dieses Denken die Zinswirtschaft in Gang.

[Es folgen die Ausführungen zu den anderen acht ND-Tendenzen der Zinswirtschaft.]

Auszug aus Kapitel II – Die Welt des Fließenden Geldes

Der Begriff der Liegegebühr veranschaulicht das Prinzip des Fließenden Geldes. Nehmen wir einen Eisenbahnwaggon, der auf einem Abstellgleis steht. Die Eisenbahngesellschaft zahlt dem Eigentümer des Schienennetzes eine Gebühr, wenn sie den Waggon auf dessen Schienen stehen lässt. Sie kann der Gebühr nur entgehen, indem sie den Waggon auch für den Schienenverkehr nutzt. Dadurch hat die Eisenbahngesellschaft ein Interesse, den Waggon maximal zu nutzen und möglichst nicht stehen zu lassen. Dies begünstigt, dass die vorhandenen Waggons maximal ökonomisch genutzt werden.

In diesem Bild steht der Waggon für das Geld. Wir alle sind die Eisenbahngesellschaft, die eine Gebühr bezahlt, wenn sie den Waggon stehen lässt. Der Eigentümer des Schienennetzes steht hier für die Gesellschaft, den Staat. Das Stehenlassen des Waggons steht für das Horten von Geld. Die mobile Nutzung des Schienennetzes steht für den stattfindenden Umlauf des Geldes. Wenn wir den Geldumlauf zum Eigentum der Gesellschaft erklären, kann die Gesellschaft das Zurückhalten des Geldes mit einer Gebühr belegen, damit wir ein Interesse daran haben, das Geld in Umlauf zu bringen. Die Umlaufsicherungsgebühr begünstigt damit den raschen Umlauf des Geldes. Und dies genau ist das, was die Wirtschaft und damit die Gesellschaft braucht, um mühelos ihre Waren und Dienstleistungen auszutauschen.

Ich beziehe nun auch Karl Marx in die Erörterungen ein. Es gibt also drei Wege, den Sozialismus, den Kapitalismus und dazwischen, als dritten Weg, die Ganzheitlich-Freie Marktwirtschaft (= Fließendes Geld plus drei ergänzende Maßnahmen). Der Sozialismus geht davon aus, dass sich das Sachkapital nicht in privaten Händen befinden darf, weil es sonst automatisch dazu benutzt wird, Arbeiter und Angestellte auszubeuten. Um dieser Ausbeutung vorzubeugen und eine Gleichverteilung des gesellschaftlichen Vermögens zu erzielen, enteignet der Staat das private Eigentum am Sachkapital und sorgt durch zentrale, diktatorische Kontrolle dafür, dass alle in etwa gleich versorgt werden. Dieser Ansatz geht davon aus, dass eine Freie Marktwirtschaft mit einer gerechten Verteildynamik für alle Mitglieder der Gesellschaft nicht möglich ist und dass die zentrale Diktatur einer kapitalistischen Ausbeutung vorzuziehen ist.

Aufgrund der Geschichte der letzten Jahrhunderte denken die meisten Menschen immer noch, dass es im Grunde genommen nur die Wahl zwischen der Zinswirtschaft (dem Kapitalismus) einerseits und einer sozialistischen Diktatur andererseits gibt. Und da die Mehrheit nicht in einer Diktatur leben will, zieht sie die Zinswirtschaft als das geringere Übel vor.

Ich zeige im Folgenden, dass es sich sowohl bei der Zinswirtschaft als auch beim Sozialismus um zwei Extreme handelt. In diese beiden Extreme kann eine Freie Marktwirtschaft aus dem Gleichgewicht kippen. Ich werde zeigen, dass es möglich ist, eine Mitte dazwischen zu finden. In dieser Mitte floriert die Marktwirtschaft zum Wohle aller in Freiheit. Es ist keine Zinswirtschaft oder zentrale staatliche Kontrolle erforderlich.

Worin besteht nun das wahre Gleichgewicht? Welche Kräfte lassen dieses Gleichgewicht zu der einen Seite (zur Zinswirtschaft) in ein Ungleichgewicht geraten? Welche Kräfte lassen dieses Gleichgewicht zu der anderen Seite (zur sozialistischen Diktatur) in ein Ungleichgewicht geraten?

Wenn ich sage „Kräfte”, meine ich damit die Kräfte in unserem Bewusstsein, in unserem Denken. Sowohl der Kapitalismus als auch der Sozialismus sind/waren Produkte, die aus dem Denken gesellschaftlicher Mehrheiten entstanden sind.

[Es folgen die Ausführung zum Fließenden Geld als dritten Weg zwischen Zinswirtschaft und Sozialismus. In der 2. Hälfte des Kapitels wird dargelegt, wie das Fließende Geld die zinsbedingte Negativität in Wohlstand, Frieden und eine tatsächliche Gleichheit zwischen allen Menschen transformiert.]

Auszug aus Kapitel V – Die Umstellung vollbringen

Unterkapitel „Der Herr der Ringe”

Die Bedeutung der verschiedenen Ringe

Der „Eine Ring”

Der „Eine Ring” selbst steht für die Zinswirtschaft. Sauron steht für die Zinsherrschaft, oder jene Teile der Geldelite, die am meisten bestimmen, was auf der Erde geschieht. Der „Eine Ring” und Sauron gehören zusammen, sind nicht voneinander trennbar. Die Zinswirtschaft erzeugt eine Geldelite und am Ende profitiert immer nur die Geldelite von der Zinswirtschaft. Es ist nicht möglich, die Geldelite abzuschaffen, während die Zinswirtschaft weitergeführt wird. Die Zinswirtschaft würde durch die unablässige Vermögensumverteilung von unten nach oben immer wieder neu eine Geldelite erzeugen. Niemand kann der Selbstbereicherung der Geldelite durch die Zinswirtschaft entgehen.

Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden,
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

Die Zinswirtschaft verteilt immer und ausnahmslos AUTOMATISCH das Vermögen eines Volkes von unten nach oben. Damit ist sie so konstruiert, dass sie die gesamte Menschheit in die Verschuldung treiben und von einer kleinen Geldelite abhängig machen kann, die das Geld kontrolliert. Jeder Mensch, jedes Unternehmen, jedes Volk kann durch seine Verschuldung kontrolliert und in eine Zinsknechtschaft genommen werden. Sobald ein Staat oder eine Wirtschaft verschuldet ist, befindet sich dessen Volk, bzw. Gesellschaft in der Zinsknechtschaft. Es muss in Form von Steuern Zinsen für die Staatsschulden und in Form hoher Produktpreise Zinsen für die Unternehmensschulden zahlen. Kaum jemand auf Erden kann der Zinsknechtschaft entgehen.

Da eine Zinswirtschaft nur weiterexistieren kann, wenn die Verschuldung permanent anwächst, besteht die ständige Gefahr, in eine Schuldenfalle zu geraten, aus der man nie wieder entkommen kann, wenn man nicht mehr zur Schuldentilgung kommt. Das Volk eines Staates, der sich neuverschulden muss, um überhaupt seine Zinsen zahlen zu können, ist wie ewig an seine Knechtschaft bei der Geldelite gebunden und kann den permanenten Steuererhöhungen und der permanenten Verschlimmerung der Lebensumstände nicht entkommen.

So wie der „Eine Ring” eine Gier nach ihm weckt, erzeugt die Zinswirtschaft ein für viele unwiderstehliches Verlangen, so reich zu werden, dass man durch die Zinseinnahmen (also durch die Arbeit anderer) großartig leben kann. Die Zinswirtschaft erzeugt eine Sucht nach Geld, die tief ins Unbewusste reicht. Gollum symbolisiert dieses Unbewusste. Für unser Unbewusstes ist alles, was wir in Form von Geldzinsen, Sachkapitalzinsen, Renditen, Mieten, Pachten etc. an leistungslosen Einnahmen erzielen können: „Mein Schatz!” Es ist die unbewusste Sucht, die aus solchen Einnahmen einen „Schatz” macht. Unser Unbewusstes ist ein Zinsjunkie.

Orks repräsentieren die niederen Tendenzen in unserem Bewusstsein, uns auf Kosten anderer Vorteile zu verschaffen. Dass im Herrn der Ringe überall Heerscharen an Orks drohen, zeigt dass die ganze Menschheit mit den von der Zinswirtschaft verstärkten niederen Tendenzen zu kämpfen hat. Es sind unsere niederen, egoistischen Tendenzen, die der Zinsherrschaft (Sauron) unmittelbar dienen, weil ausbeutende Herrschaft nur funktioniert, wenn man Menschen gegeneinander ausspielen kann. Ohne unseren Egoismus könnten wir nicht gegen andere Menschen ausgespielt und als Gesellschaft ausgebeutet werden. So dienen unsere egoistischen Tendenzen der Zinsherrschaft unmittelbar, sind quasi ihr Fußvolk, die Grundvoraussetzung.

Der Eine Ring kann nicht für einen Kampf gegen Sauron verwendet werden. Wer Vermögen anhäuft und durch die Verzinsung immer mehr vermehrt und dabei die Absicht verfolgt, das Vermögen für die Transformation der Gesellschaft einzusetzen und die Geldelite abzuschaffen, müsste dabei mindestens so reich und mächtig werden wie die Geldelite selbst. Dies könnte er nur, wenn er seine Zinsforderungen genauso rücksichtslos durchsetzte wie die Geldelite es tut. Er würde durch dieses Verhalten dieselben Missstände in der Welt erzeugen wie die übrige Geldelite und dadurch selber so werden wie sie. Der Eine Ring verdirbt also auch die beste Absicht, ihn für Gutes zu verwenden und kann aus Prinzip immer nur Sauron dienen. Die Zinswirtschaft dient am Ende immer nur der Geldelite, die durch sie ihr Geld und damit ihre Macht bekommt.

So wie der „Eine Ring” nicht durch Gewalt zerstört werden kann, so lässt sich auch die Zinswirtschaft nicht durch einen Krieg, eine Revolution oder einen Klassenkampf zerstören. Kriege und Revolutionen haben den Zinsherren immer nur dazu gedient, reicher und mächtiger zu werden, da es ihnen stets gelungen ist, Menschen gegeneinander auszuspielen und die Sieger durch deren Verschuldung zu kontrollieren. Sie konnten militante Freiheitsbewegungen stets unterwandern. Da sie sowohl Diktatoren als auch Freiheitskämpfern gegenüber als Freunde und Geldgeber auftreten, gewinnen sie immer an allen Kriegen und Revolutionen.

Es gibt im Bewusstsein der Menschheit ein Zusammenspiel zwischen Herrschenden und Beherrschten. In diesem Zusammenspiel sorgt die in allen vorhandene Negativität für die Spaltung im Außen. So kann nur die Transformation dieser Negativität den Wandel im Außen möglich machen. Sobald jene Negativität in uns transformiert ist, durch die die Zinswirtschaft ursprünglich entstand, verliert sie ihre Macht über uns und kann auch im Außen durch ein gerechtes System ersetzt werden. Damit ist dann der „Eine Ring” zurück in das Feuer (der Negativität) zurückgeworfen, aus der er entstanden war. Der „Ring” muss also zuerst durch Transformation in unserem Bewusstsein vernichtet werden. Durch die persönliche Teilnahme am Transformationsprozess wird sich eine Tür öffnen, die das Einführen Fließenden Geldes möglich macht. Die Weisheit in uns weiß das.

Die Weisen schrecken davor zurück, den Einen Ring an sich zu nehmen und sich an Saurons Stelle zu setzen, um die Welt gerecht zu beherrschen, weil sie wissen, dass der Eine Ring sie verderben wird. Dies bedeutet, es ist nutzlos und nicht hilfreich, Mitglieder der Geldelite oder der anderen Eliten aus ihren Positionen zu entfernen, um dadurch die Welt zu verbessern. Würden sie beseitigt und durch andere, gerechtere Personen ersetzt, würde die Welt in kurzer Zeit wieder genauso aussehen wie sie jetzt aussieht, weil die Missstände in der Welt durch die Zinswirtschaft erzeugt werden, nicht durch irgendwelche Personen. Wer ehrlich ist zu sich selbst, (wer weise ist) der weiß dies. Die Figuren innerhalb der Geldelite (und natürlich auch in den Mitläufer-Eliten) sind beliebig austauschbar, ohne dass sich etwas grundsätzlich ändern würde.

So wie den Figuren im Herrn der Ringe ganz schlecht wird bei dem Gedanken, den Einen Ring zu zerstören, so wird den meisten Leuten irgendwie schlecht bei dem Gedanken, die Zinswirtschaft abzuschaffen. Der Gedanke an sich hat etwas Ungeheuerliches an sich, das die Menschen kaum ernsthaft zu denken wagen. Dennoch erkennen die „Weisen” (die tiefere Weisheit in jedem Menschen), dass die Zerstörung des Einen Ringes der einzige Weg ist, um die Welt zu retten. Jeder, der die Lage nüchtern betrachtet und die tiefere Weisheit in sich selbst zu Rate zieht, wird erkennen, dass die Zinswirtschaft abgeschafft werden muss, wenn wir die Zerstörung unseres Planeten verhindern wollen, dass es einerseits keinen anderen Weg gibt, und dass es andererseits allerdings auch genügt, um die Erde und die Menschheit vor der Selbstzerstörung zu retten.

Dass der Ring unsichtbar macht, ist ein Hinweis darauf, dass die Geldelite, die durch die Zinswirtschaft entsteht und die mit Hilfe des Zinses herrscht, sich so unsichtbar macht, dass sie von der Bevölkerung kaum als existent wahrgenommen wird. Sie wird gewissermaßen aus dem Gesamtbild herausgeschnitten, so dass wir nur mitbekommen, dass alles immer knapper wird, dass wir immer kürzer treten müssen, dass die Zeiten für uns halt nicht besser werden. Die Geldelite ist aus diesem „WIR” natürlich ausgenommen, so dass es so aussieht, als wäre die Verknappung eine Realität, die alle betrifft, und nicht bloß ein Verteilungsproblem. Viele Menschen in der Bevölkerung fordern sich gegenseitig auf, solidarisch zu sein und die staatlichen Kürzungen gemeinsam hinzunehmen. Viele Menschen finden es vernünftig, dass eine Große Koalition an der Macht ist, welche die „notwendigen” Kürzungen für das Volk vornimmt. Ihnen ist nicht klar, dass niemand ihnen diese Solidarität jemals danken wird, dass die Geldelite der einzige Nutznießer dieser „vernünftigen” solidarischen Haltung im Volk ist und dass diese Solidarität gnadenlos weiter strapaziert werden wird, weil die Verknappung nur noch weiter zunehmen wird bis das System zusammenbricht. Die Verknappung ist einfach nur die eine Seite einer automatischen Umverteilung, deren oberes Ende (offensichtlich erfolgreich, da kaum einer protestiert) ausgeblendet wird. Offensichtlich macht der „Eine Ring” tatsächlich unsichtbar.

[Es folgen in diesem Unterkapital noch:
Die Drei Ringe der Elben
Die Sieben Ringe der Zwerge
Die Neun Schwarzen Reiter
Die chronologische Entschlüsselung des „Herrn der Ringe", welcher von den gesellschaftlichen Geschehnissen des 19. Jahrhunderts bis zu den unmittelbar vor uns liegenden, brandaktuellen Ereignissen des 21. Jahrhunderts berichtet und den letztendlich positivst denkbaren Ausgang der aktuellen Weltwirtschaftskrise voraussagt.]

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